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Abgeschlossene Forschungsprojekte

Ziel des BMBF-ge­för­der­ten Projekts „Zukunft-Stadt-Region-Ruhr“ (ZUKUR) ist es, sowohl Beitrage zur Erhöhung der Klimaresilienz als auch zum Abbau sozio-ökologischer Ungleichheit für die Stadt-Region Ruhr zu er­ar­bei­ten. Es sollen im Rah­men von Reallaboren auf Regional-, Stadt- und Quartiersebene be­ste­hen­de und künftige He­raus­for­de­run­gen in der Stadtregion Ruhr identifiziert und Lö­sun­gen zum Umgang mit künftigen Klimafolgen und sozio-ökologischen Ungleichheiten er­ar­bei­ten wer­den.

Das Projekt wird von apl. Prof. Dr. Stefan Greiving (IRPUD) koordiniert. An dem Projekt sind ins­ge­samt zehn Fachgebiete der Fa­kul­tät Raum­pla­nung der TU Dort­mund be­tei­ligt, außerdem wirken als Praxispartner der Regionalverband Ruhr (Regionalebene) sowie Vertreter der Stadt Bottrop (Stadtebene) und Dort­mund-Marten (Quartiersebene) mit.

Der Lehrstuhl LLP (MSc. Kristina Ohlmeyer & Univ.-Prof. Dr. Dietwald Gruehn) ist u.a. verantwortlich für die Arbeitspakete 7.1 (Maßnahmenentwicklung) und 7.3 (Wissen­schaft­liche Maßnahmenevaluation). Im Rah­men des Arbeitspaketes 1.2 "Planungspraktische Per­spek­tiven der Verbundpartner" wurde von LLP in Abstimmung mit den Praxispartnern zum besseren Ver­ständ­nis des intentionalen Handelns der Akteure in der Region ein Fragebogen für leit­fa­den­ge­stüt­zte Experteninterviews ent­wickelt.

Parallel dazu wurde im Rah­men des Arbeitspaketes 7 ein weiterer Fragebogen ent­wickelt, der sich an die Öffentlichkeit der Stadt-Region Ruhr richtet. MIt den geplanten Erhebungen zu Beginn und am Ende der Projektlaufzeit hoffen wir, Wirkungen des ZUKUR-Projektes evaluieren zu kön­nen.

Dieses, von der Dr. Gustav Bauckloh-Stiftung, Dortmund, geförderte Forschungs- und Entwicklungsvorhaben soll anknüpfend an die historische Entwicklung des Naturschutzes, die gesetzlich definierten Ziele und Aufgaben des Naturschutzes (und der Landschaftspflege), die Erkenntnis, dass trotz Einführung einer Vielzahl naturschutzrechtlicher Instrumente und vergleichsweise weit reichender Bemühungen des amtlichen und ehrenamtlichen Naturschutzes dem Rückgang der biologischen Vielfalt, insbesondere in Deutschland, nicht Einhalt geboten werden konnte, sowie erste empirisch abgesicherte Kenntnisse über den Erfahrungs- und Lernprozess von Kindern und Jugendlichen im Umgang mit der Natur, welcher nicht nur positive Wirkungen für die kognitive Entwicklung von Kindern und Jugendlichen belegt, sondern auch längerfristige Unterschiede im Verhalten gegenüber Natur und Umwelt determiniert, ein innovatives Konzept am Beispiel und mit Unterstützung der Stadt Dortmund erarbeitet werden, mit dem die Rahmen- und Umsetzungsbedingungen für den Naturschutz in der Stadt nachhaltig verbessert werden können. Projektpartner sind die WWU Münster, Fachgebiet Erziehungswissenschaften, Schwerpunkt Schultheorie und -forschung, sowie das Umweltamt der Stadt Dortmund.

Ziel dieses vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung geförderten Projektes ist es, den Wissenstransfer zwischen dem Lehrstuhl Landschaftsökologie und Landschaftsplanung der Technischen Universität Dortmund und dem Xinjiang Institute of Ecology and Geography, Urumqi/China, im Bereich der Ermittlung von Auswirkungen globaler Veränderungen auf Landnutzungssysteme zu stärken. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Anwendung multikriterieller Verfahren zur Bewertung der Wechselwirkungen zwischen Landnutzungssystemen, Wassermanagement und Desertifikationserscheinungen in der Region Xinjiang. Die entwickelten Erkenntnisse sollen dazu dienen, die nachhaltige Nutzbarkeit der natürlichen Ressourcen wie z.B. dem Trinkwasser sicherzustellen.

Die Methoden-Hauptstudie für eine flächendeckende Landschaftsbildanalyse und -bewertung in Mecklenburg-Vorpommern als Beitrag zum Gutachtlichen Landschaftsprogramm sowie zur Fortschreibung des Moorschutzkonzeptes wird im Auftrag des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern erarbeitet.

Publikation:
Gruehn, D. & Roth, M. (2008): Methoden-Vorstudie für eine flächendeckende Landschaftsbildanalyse und –bewertung in Mecklenburg-Vorpommern als Beitrag zum Gutachtlichen Landschaftsprogramm sowie zur Fortschreibung des Moorschutzkonzeptes. LLP-report 005. Dortmund. 27 S.  

Bei dem Forschungsprojekt "PRIMA" handelt es sich um ein von der EU gefördertes Projekt des 7. Forschungsrahmenprogramms. Ziel des Projektes ist es,  Downscaling-Methoden zu entwickeln, mit deren Hilfe die Auswirkungen unterschiedlicher EU-Politiken auf regionaler und lokaler Ebene für multifunktionale Landnutzungen und ökonomische Aktivitäten analysiert werden können. Projekt-Koordinator ist das CEMAGREF (Centre national du machinisme agricole, du génie rural, des eaux et des forêts, France). Es sind 11 wissenschaftliche Institutionen aus 8 verschiedenen europäischen Ländern beteiligt. https://prima.cemagref.fr

Geplante Kraftwerke an mehreren Standorten in Deutschland werden nach einer einheitlichen Methodik visualisiert, um die Auswirkungen auf das Landschaftsbild beurteilen zu können.

Das Forschungsvorhaben „GIS-gestützte Landschaftsbildanalyse und -bewertung mit Konfliktuntersuchung zu potenziellen Vorrangflächen für Windkraftanlagen“ wurde für den Regionalverband Saarbrücken (RVS) durchgeführt. Es wurde eine dem aktuellen Stand der Forschung entsprechende, valide, nachvollziehbar und transparent erzeugte, digital verbreit- und verwendbare sowie einfach fortzuschreibende wissenschaftliche Grundlage erarbeitet, die eine Berücksichtigung des Schutzgutes Landschaftsbild in zukünftigen Entscheidungsverfahren, bspw. im Zuge der Ausweisung von Konzentrationszonen für Windkraftanlagen im Flächennutzungsplan ermöglicht.

Vor diesem Ziel wurde zunächst eine systematische Landschaftsbildanalyse, inklusive historischer Betrachtung der Entwicklung des Landschaftsbildes, durchgeführt, um damit eine auf den Untersuchungsraum spezifizierte, aktuelle Grundlage für die anschließende Landschaftsbild-bewertung zu erstellen. Anschließend wurden mit Hilfe GIS-gestützter Sichtbarkeitsanalysen die Auswirkungen von potenziellen Standorten für Windkraftanlagen quantitativ bewertet wer-den. Basierend auf der quantitativen Analyse (Sichtbarkeit ja/nein bzw. Größe der Sichtbereiche) wurde in einem anschließenden Arbeitsschritt eine qualitative Konfliktanalyse potentieller Windkraftstandorte erarbeitet, wobei eine internetbasierte Landschaftsbildbewertung zum Einsatz kam. Beispielhaft kamen dabei auch Visualisierungen/Fotomontagen zum Einsatz. Schließlich erfolgte eine Dokumentation der erarbeiteten Erkenntnisse in Text und Bild bzw. Karten. Projektbegleitend fanden Präsentationen, Informationsveranstaltungen, Workshops und Abstimmungsgespräche statt.

Sie können den Bericht und die erstellten Karten hier herunterladen.

Ab Ende 2009 sollen in Modellvorhaben urbane Konzepte zum Klimawandel erprobt werden. In der ExWoSt-Vorstudie wird ein integriertes "Kommunales Strategie- und Aktionsset Klimawandel" in Form eines Entscheidungsunterstützungstools vorbereitet und in Testkommunen erprobt. Die wesentlichen Aufgaben- und Aktivitätsbereiche zu Klimaschutz und Klimaanpassung werden in vorgeschalteten Expertisen erarbeitet.

Details zu diesem Forschungsprojekt finden Sie auf der Projektwebsite des Bundesinstitutes Für Bau, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

Das Projekt "European Culture expressed in Agricultural Landscapes" (EucaLand) wird von der EU im Programm "Culture 2007-2013" gefördert. 42 Partner-Institutionen aus 27 Ländern sind an dem Projekt beteiligt und befassen sich mit der Frage, wie Agrarlandschaften aus kulturlandschaftlicher Sicht beschrieben, klassifiziert, bewertet und entwickelt werden können.

Der Regionalverband Ruhr (RVR) bereitet derzeit die Erarbeitung eines "Freiraumkonzeptes Metropole Ruhr" für sein Verbandsgebiet mit einem Schwerpunkt im "Entwicklungsraum Stadtlandschaft" vor. Das Forschungsprojekt dient der wissenschaftlichen Begleitung dieses Planungsprozesses sowie der Entwicklung von innovativen planerischen Konzepten und Instrumenten zu Fragen des urbanen Freiraum- und Biotopverbundes. Den Freiraumansprüchen der Bevölkerung wird hierbei besondere Aufmerksamkeit gewidmet.

Anlass und Ausgangslage

Bis 2015 sollen nach dem Willen der Landesregierung drei Regionalverwaltungen geschaffen werden, die auch die Aufgaben der Bezirksregierungen und Landschaftsverbände übernehmen sollen.

Der Regionalverwaltung Ruhrgebiet, in welche der jetzige RVR integriert werden soll, wird dann die Aufgabe der Regionalplanung zugewiesen. Bis dahin gelten im Ruhrgebiet allerdings unterschiedliche experimentelle Ansätze.

Es ist anzunehmen, dass ein großer Teil des verdichteten Kernbereichs durch die momentan laufende Erarbeitung eines Regionalen Flächennutzungsplanes (RFNP) der Städte eine Sonderstellung im künftigen System der Regionalplanung erhalten wird.

In dieser offenen Situation bereitet der Regionalverband Ruhr (RVR) die Erarbeitung eines "Freiraumkonzeptes Metropole Ruhr" mit einem Schwerpunkt im "Entwicklungsraum Stadtlandschaft" vor.

 

Ziel des Freiraumkonzeptes Metropole Ruhr ist es, auf die planungspolitische Diskussion mit Hilfe von fachlich überzeugenden freiraumplanerischen Konzepten Einfluss zu nehmen.

Das Konzept dient der Entwicklung eines vernetzten Freiraumsystems, das sich von der offenen Landschaft über die regionalen Grünzüge bis in die Wohngebiete zieht und soll den strategischen Rahmen für künftige Maßnahmen des RVR bilden. Im Gegensatz zu vielen anderen freiraumplanerischen Konzepten zeichnet sich das "Freiraumkonzept Metropole Ruhr" dadurch aus, dass der Träger der Planung gleichzeitig Träger von modellhaften Maßnahmen sein wird.

Vor dem Hintergrund aktueller Anforderungen, wie sie sich aus der demografischen Entwicklung und der Siedlungsrandwanderung ergeben, sollen neue Freiraumplanerische Ansätze erarbeitet werden. Durch den seit langem stattfindenden Rückgang der flächenintensiven Industrien sowie durch die prognostizierte demographische Entwicklung werden bestehende Brachflächen nur in beschränktem Umfang für neue Nutzungen benötigt bzw. es werden weitere Flächen freigesetzt. Für das Ruhrgebiet scheint sich hier die historisch einmalige Chance für eine expansive Freiflächenentwicklung im Ballungsbereich abzuzeichnen.

Zielsetzung und Gegenstand des Projektes

Inhalt des Projektes ist die wissenschaftliche Begleitung der Planung "Freiraumkonzept Metropole Ruhr" des RVR durch den Lehrstuhl LLP der Universität Dortmund. Das Projekt dient den folgenden Zielen:

  1. Erhöhung der fachlichen Qualität und des innovativen Charakters des "Freiraumkonzeptes Metropole Ruhr" sowie Verbesserung seiner politischen Überzeugungskraft und der Realisierungschancen.
  2. Verbesserung der humanökologischen Lebensbedingungen im Ballungsraum des Ruhrgebietes durch einen urbanen Freiraumverbund.
  3. Verbesserung der Lebensbedingungen für Tiere und Pflanzen im Ballungsraum des Ruhrgebietes durch einen urbanen Biotopverbund.

Forschungskonzeption, -ansatz und -methodik

Die Ziele des Projektes sollen in einem 3-jährigen Arbeitsprogramm erreicht werden, welches sich in 5 Module gliedern lässt. Die Module sollen in iterativer Art und Weise abgearbeitet werden:
Im Rahmen von Modul 1 werden Entscheidungsgrundlagen für ein räumliches Leitbild des Ruhrgebietes "Urbaner Freiraum- und Biotopverbund" entwickelt. Thematisch orientiert sich die Arbeit an folgenden Funktionen der innerstädtischen Freiräume:

  • Funktionen für die menschliche Gesundheit
  • ästhetische Funktionen (Landschafts- und Stadtbild ) bzw. Lebensqualität
  • Lebensraumfunktion für Flora und Fauna
  • Grundwasserneubildungsfunktion
  • Wasserdargebotsfunktion
  • Abflussregulationsfunktion
  • bioklimatische Funktion
  • Luftregenerationsfunktion
  • Lärmschutzfunktion
  • landeskundliche Funktion
  • soziale Funktion von Freiräumen
  • ökonomische Funktion von Freiräumen für Grundstücke und Immobilien

Auf die Analyse der gegenwärtigen Situation und ihrer Entwicklungstrends aufbauend werden Szenarien zur Raumentwicklung erstellt (mit qualitativen bis hin zu quantitativen Methoden). Neben den o.g. Freiraumfunktionen werden die Szenarien auf variierenden Annahmen in Bezug auf sonstige Rahmenbedingungen wie bspw. einer raum-zeitlich differenzierte Bevölkerungsentwicklung basieren.
Auf diese Weise werden die Konsequenzen verschiedener Optionen aus wissenschaftlicher Sicht in den Diskussionsprozess beim RVR eingebracht.
Modul 2 beinhaltet die Evaluation von verschiedenen bestehenden Planungskonzepten des Naturschutzes und der Freiraumplanung im urbanen Raum. Das Modul 2 ist eng mit Modul 3 (politikfähiges Leitbild) verflochten: Die entwickelten Zielvorstellungen des politikfähigen Leitbildes bilden die Grundlage der Evaluation im Sinne einer Analyse von Beiträgen bestehender Konzepte zur Umsetzung des neu entwickelten Leitbildes. Die Erkenntnisse der Evaluation über bestehende Konzepte und deren Erfolge wiederum werden laufend in den Leitbildprozess beim RVR eingebracht.

Im Laufe der weiteren Bearbeitung dienen die Erkenntnisse aus der Evaluation als Grundlage für die Entwicklung neuer planerischer Konzepte.

Als das zentrale räumliche Leitbild des Naturschutzes für den Außenbereich kann der Biotopverbund betrachtet werden. Die Idee des Biotopverbundes ermöglichte es dem Naturschutz erstmals, flächendeckend begründete Forderungen aus Sicht des Arten- und Biotopschutzes zu stellen. Diese Philosophie des Biotopverbundes gilt es, an den urbanen Bereich anzupassen. Das in Modul 3 zu entwickelnde Leitbild wird daher "Urbaner Freiraum- und Biotopverbund" genannt. Da städtischer Natur- und Umweltschutz einen überwiegend anthropozentrischen Charakter haben muss, kann der Arten- und Biotopschutz hier nicht alleine im Mittelpunkt stehen, sondern ist mit den komplexen Raum- und Umweltanforderungen des Menschen in der Stadt zu koordinieren.

Die "Politikfähigkeit" des im Rahmen von Modul 3 zu entwickelnden Leitbildes wird dadurch gewährleistet, dass durch die Organisation von Workshops mit den betroffenen Städten alle wichtigen Akteure in den Planungsprozess eingebunden werden.

In Modul 4 sollen mehrere optionale planerische Konzepte für die Transformation des entwickelten Leitbildes in das Freiraumkonzept Metropole Ruhr erarbeitet werden. Ziel ist hier, eine möglichst hohe Umsetzungsorientierung zu gewährleisten. Mehrere optionale Konzepte erlauben eine flexible Anpassung an sich möglicherweise kleinräumig ändernde Rahmenbedingungen oder auch an Veränderungen der politischen Prämissen.

Im Rahmen von Modul 5 wird ein Planspiel zur Simulation des praktischen Einsatzes der planerischen Konzepte (Modul 4) entwickelt. Nach einer Entwicklungs- und Erprobungsphase (mit Studierenden) wird das Planspiel mit den relevanten Akteuren durchgeführt. Ziel ist es, die Praxistauglichkeit der entwickelten Konzepte zu testen und ihre Akzeptanz weiter zu erhöhen.

Nach der Bearbeitung der Module 1 und 3 werden jeweils Zwischenberichte erstellt, welche eine Zusammenfassung der Ergebnisse sowie einen Arbeitsbericht enthalten.

Mehrere Workshops gegen Mitte der Bearbeitung dienen der Entwicklung des Leitbildes sowie der Rückkopplung mit den für die Umsetzung und Akzeptanz des Freiraumkonzeptes Metropole Ruhr relevanten Akteuren aus den Städten des RVR-Verbandsgebietes.

Um Ergebnisse des Projektes in der Fachöffentlichkeit zu diskutieren und die aktuelle Fachdiskussion in den Arbeitsprozess einzubeziehen, wird als Abschluss eine Fachtagung zum Thema "urbaner Freiraum- und Biotopverbund" organisiert.

Im Anschluss an das Projekt sollen Maßnahmen exemplarisch umgesetzt und ebenfalls wissenschaftlich begleitet werden.

Forschungsleitfragen

Für die Entwicklung bzw. Verbesserung eines urbanen Freiraum- und Biotopverbundsystems bestehen grundsätzlich zwei räumliche Optionen:

  1. Eine Freiflächenvermehrung durch die Entwicklung von Brachen
  2. Veränderungsmaßnahmen im Bestand

Beide Strategien hängen zusammen, da Qualitätsmängel durch einen Zuwachs von Freiraum ausgeglichen werden können, ebenso wie – ballungsraumtypisch – ein quantitativ geringes Freiraumangebot durch hohe Qualitäten teilweise kompensiert werden kann.

Der im Ruhrgebiet erfolgte Rückzug der flächenintensiven Industrien und die für die Zukunft prognostizierte demographische Entwicklung sorgen dafür, dass auch künftig große innerstädtische Flächenpotenziale bestehen werden. Die auf Brachflächen bestehenden und entstehenden Potenziale werden ein Kernelement der Strategie für einen urbanen Freiraum- und Biotopverbund darstellen. Die räumlich differenzierte Erarbeitung und Bewertung von Entwicklungsszenarien wird sich daher neben weiteren Freiraumtypen auch auf die Entwicklung der Brachflächen beziehen.

In Bezug auf den Arten- und Biotopschutz wird zu klären sein, unter welchen Bedingungen multifunktionale Freiräume im urbanen Raum überhaupt die Funktion eines Biotopverbundes - auch im Sinne der Kohärenz des Netzes Natura 2000 - erfüllen können bzw. wann von einem räumlichen Zusammenhang auf einen funktionalen Verbund geschlossen werden kann. Um später gezielte Maßnahmen zur Optimierung der Biotopverbundachsen treffen zu können, ist zu definieren, welche Arten sich entlang einer Biotopverbundachse ausbreiten können sollen und welcher Typ bzw. welche Struktur der Flächennutzung in einer Biotopverbundachse deren Funktion behindert bzw. begünstigt.

Die für diese Fragestellung relevanten Theorien und Konzepte des Arten- und Biotopschutzes wie bspw. Inseltheorie, MVP-Konzept, Metapopulation und Mosaikzykluskonzept, sind im Grundsatz für Freiräume außerhalb der Städte und Ballungsräume entwickelt worden. Sie müssen an die Verhältnisse eines urban-industriellen Ballungsraums angepasst werden.

Aufgrund der hohen Bedeutung der Erholungsfunktion städtischer Freiflächen besteht bei Vorkommen schutzwürdiger Arten oft ein innerfachlicher Konflikt zwischen Arten- und Biotopschutz (Biotopverbundsystem) und (stadt-)landschaftsbezogener Erholung (Freiraumverbundsystem). Es gilt, diesen Konflikt differenziert zu erfassen, zu bewerten und Vorschläge zu seiner Lösung zu erarbeiten. Hierbei wird von der Grundthese ausgegangen, dass in diesem Raumtyp der Mensch die Leitart darstellt, so dass es in erster Linie darum zu gehen hat, die humanökologischen Lebensraumbedingungen zu verbessern.

In diesem Zusammenhang werden auch die Vor- und Nachteile verschiedener Koordinationsformen wie bspw. des Prinzips der negativen Koordination, der Koordination durch Einbeziehung Betroffener, der heuristischen Koordination oder der wissenschaftlich fundierten Koordination via Mehrzieloptimierung zu diskutieren sein.

Forschungsgeber:
Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Laufzeit:
01.01.2007 - 31.12.2009 (36 Monate)
Bearbeiter:
Univ.-Prof. Dr. Dietwald Gruehn
Dipl.-Ing., Ass. d. L. Roland Finke
Dipl.-Ing. Sven Rannow
Kooperationspartner:
Regionalverband Ruhr (RVR)

Hierbei handelt es sich um zwei Forschungsprojekte, die in enger Beziehung stehen:

  • Bedeutung von Freiräumen und Grünflächen für den Wert von Grundstücken und Immobilien im Auftrag der Behörde für Stadtentwicklung und Umweltschutz (BSU) Hamburg
  • Wirkungen von Freiräumen und Grünflächen für den Wert von Grundstücken und Immobilien im Auftrag der Deutschen Gartenamtsleiterkonferez beim Deutschen Städtetag (GALK-DST)

Vor dem Hintergrund der bisher (an der TU Berlin und dem Austrian Research Centers Wien) abgeschlossenen Forschungsarbeiten sowie der Zielsetzung des Vorhabens, eine deutschlandweit repräsentative Datengrundlage für die Ermittlung der Wirkungen von Freiräumen und Grünflächen auf den Wert von Grundstücken und Immobilien zu schaffen, ist im Rahmen dieses Forschungsprojektes die Datengrundlage in Zusammenarbeit mit den am Vorhaben beteiligten Städten um möglichst 10 weitere Städte zu ergänzen sowie eine entsprechende Auswertung des Gesamtdatensatzes durchzuführen und in einem Abschlussbericht aufzuarbeiten und darzulegen. Zusätzlich werden für einige Städte stadtbezogene Einzelauswertungen durchgeführt.

Forschungsgeber:
Förderverein der Gartenamtsleiterkonferenz e. V.
Behörde für Stadtentwicklung und Umweltschutz Hamburg
Projektleitung:
Univ.-Prof. Dr. Dietwald Gruehn
Bearbeitung:
Dipl.-Ing. Anne Hoffmann
 

Die Methoden-Vorstudie für eine flächendeckende Landschaftsbildanalyse und -bewertung in Mecklenburg-Vorpommern als Beitrag zum Gutachtlichen Landschaftsprogramm sowie zur Fortschreibung des Moorschutzkonzeptes wird im Auftrag des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern erarbeitet.

Veröffentlichung:

Gruehn, D. & Roth, M. (2008): Methoden-Vorstudie für eine flächendeckende Landschaftsbildanalyse und –bewertung in Mecklenburg-Vorpommern als Beitrag zum Gutachtlichen Landschaftsprogramm sowie zur Fortschreibung des Moorschutzkonzeptes. LLP-report 005. Dortmund. 27 S.

Details zu diesem Forschungsprojekt im Auftrag des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) folgen...

Für ein geplantes Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD-Kraftwerk) wurde eine Methode der GIS-gestützten flächenhaften Sichtbarkeitsanalyse entwickelt und angewendet. Damit kann simulativ ermittelt werden, von welchen Flächen in der Umgebung des geplanten Kraftwerksstandortes die Kraftwerksgebäude (d.h. insb. die beiden 75 m hohen Schornsteine und die beiden bis zu 40 m hohen Kesselhäuser) sichtbar sind.

Die GIS-gestützte Sichtbarkeitsuntersuchung wurde auf der Basis der von ROTH (2002) beschriebene Methodik, welche eine Weiterentwicklung der Methode von WEIDENBACH (1999) darstellt, durchgeführt.

Datengrundlage für diese Untersuchung bildeten das Amtlich Topographisch-Kartographische Informationssystem (ATKIS-DLM und ATKIS-DGM) des Hessischen Landesamtes für Bodenmanagement und Geoinformation sowie ein georeferenzierter Lage- und Höhenplan des geplanten GuD-Kraftwerks.

Literatur

ROTH, M. (2002): Möglichkeiten des Einsatzes geografischer Informationssysteme zur Analyse, Bewertung und Darstellung des Landschaftsbildes. In: Natur und Landschaft 77 (4): S. 154-160.

WEIDENBACH, M. (1999): Geographische Informationssysteme und Neue Digitale Medien in der Landschaftsplanung. Forstwissenschaftliche Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München: Dissertation. Berlin: Logos-Verlag. 252 S.

Forschungsgeber:
Fichtner GmbH & Co. KG

Laufzeit:
01.04.2007 - 31.08.2007

Bearbeiter:
Dipl.-Ing. (FH) Michael Roth
Univ.-Prof. Dr. Dietwald Gruehn

Kooperationspartner:
Multimediale raumbezogene Planung

 

Mit der am 1. September 2006 in Kraft getretenen Föderalismusreform und der damit zusammenhängenden Überführung der bisherigen Rahmengesetzgebung im Bereich Naturschutz und Landschaftspflege in die konkurrierende Gesetzgebung ergibt sich eine neue Regelungskompetenz des Bundes. Vor diesem Hintergrund will die Bundesregierung das Bundesnaturschutzgesetz noch in der laufenden Legislaturperiode vollständig novellieren.

Das Forschungsvorhaben dient der fachlichen Vorbereitung dieser Novelle in den Bereichen Eingriffsregelung und Landschaftsplanung. Kernelemente sind die Analyse der bisherigen Landesnaturschutzgesetze, die Auswertung der Fachdiskussion sowie der Entwurf von verschiedenen Varianten einer künftigen bundesrechtlichen Vollregelung.

Veröffentlichung:

Gruehn, D., Finke, R. & Roth, M. (2008): Landschaftsplanung im Bundesnaturschutzgesetz nach der Föderalismusreform. LLP-report 004. Dortmund. 64 S.

Forschungsgeber:
Bundesamt für Naturschutz (BfN)
Laufzeit:
15.11.2006 - 30.09.2007
Bearbeiter:
Univ.-Prof. Dr. Dietwald Gruehn
Dipl.-Ing., Ass. d. L. Roland Finke
Dipl.-Ing. (FH) Michael Roth
Kooperationspartner:
Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Köck
     (Uni Leipzig/UFZ Leipzig-Halle)
Univ.-Prof. Dr. Rainer Wolf
     (TU Bergakademie Freiberg)

Anfahrt & Lageplan

Der Campus der Technischen Universität Dortmund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dortmund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dortmund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dortmund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Universität ausgeschildert.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dortmund Universität“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 20- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dortmund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Universität mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dortmund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dortmund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dortmund Universität S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dortmund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dortmunder Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Universität. Ein größeres Angebot an internationalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Kilometer entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Universität zu erreichen ist.

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